Hallenmeisterschaft Frauen, 1. Liga: Ligaerhalt knapp geschafft - Ziel nicht erreicht.
Im Vorfeld dieser Meisterschaft sorgte eine kurzfristige Spielplanänderung des Verbandes für Verwirrung. Gegner der Burgdorfer-Frauen waren HC Wettingen, HC Black Boys Genf, Luzerner SC, Grasshoppers Zürich, Basler HC und LA Zuoz.
Zwei Tage vor dem Einsatz zogen der Basler HC und LA Zuoz mit fadenscheinigen Gründen ihre Teams aus der Meisterschaft zurück. Ob das der Grund war, dass die Frauen aus Burgdorf ihr Ziel, in der vorderen Tabellenhälfte mitzumischen, nicht erreichten oder ob es andere Ursachen hatte, wird die Verantwortlichen beschäftigen.
Im ersten Spiel gegen Wettingen war eine gewisse Nervosität nicht zu übersehen. Mit langen Pässen suchte man die Stürmerinnen, die aber meistens nicht reüssieren konnten. Der Gegner konnte ein Tor vorlegen, das nicht unbedingt dem Spielverlauf entsprach. Mit diesem Rückstand ging es in die Pause. Die Burgdorferinnen zeigten in der 2. Hälfte, dass sie gewillt waren um Punkte zu kämpfen. Das Resultat war der Ausgleich auf kurze Ecke durch B. Brechbühl. Schon hatte man einen Punkt am Trockenen, als 30 Sekunden vor Schluss der Partie ein Konter und die Unaufmerksamkeit der Verteidigung zum 2:1 Schlusstand für Wettingen führte. Entsprechend enttäuscht gingen die Spielerinnen vom Felde.
Das zweite Spiel gegen Luzern (nachmaliger 1.-Liga-Meister) begann gut. Die Innerschweizerinnen brachten ein junges Team, das läuferisch und technisch den Emmentalerinnen überlegen war. Trotzdem ging man nur mit einem 0:1-Rückstand in die Pause. In der zweiten Halbzeit wollte man auf Burgdorferseite unbedingt den Ausgleich und lief ins offene Messer. Nach zwei klassischen Kontern hiess es plötzlich 0:3. Eine Verletzung einer gegnerischen Spielerin und deshalb ein längerer Spielunterbruch, brachte die HSB-Frauen total aus dem Tritt. Die Deckungsarbeit wurde vernachlässigt und die Kondition gegen die schnellen Luzernerinnen liess merklich nach. Trotzdem konnte B. Hess nach einer feinen Einzelleistung den Anschlusstreffer zum 1:3 erzielen. Luzern drängte in der Folge auf die Entscheidung und die Einheimischen hatten diesem Schlusspurt nichts mehr entgegenzusetzen. Schlussendlich fielen noch zwei Tore für den nachmaligen CH-Meister und Aufsteiger. Kondition und Konzentration waren ausschlaggebend für diese hohe Niederlage.
In der dritten Partie ging es gegen die Genferinnen, die gezeigt hatten, dass sie um den Aufstieg mitreden wollten. Sie waren technisch der Burgdorfer Mannschaft überlegen und trotzdem hielten diese recht gut mit. Eine lange Serie von kurzen Ecken führte nicht zum Torerfolg für die Gegnerinnen, da die Burgdorfer Torfrau. P. Lambroia gut hielt. Zwei schöne Tore aus dem Spielverlauf ergaben die 0:2-Pausenführung für die Genferinnen. Beim dritten Gegentor sahen die Burgdorferinnen nicht unbedingt gut aus. Der vierte Treffer resultierte aus einer Kurzen Ecke und einem unhaltbaren Hocheckschuss. Trotz dieser eindeutigen Führung der Westschweizerinnen, kamen die Emmentalerinnen mehrmals in den gegnerischen Schusskreis. Zwei Tore auf kurze Ecke von B. Beck ergab das Schlussresultat von 2:4 und war der Lohn für den guten Einsatz. Eine Leistungssteigerung gegenüber dem vorangegangenen Spiel war deutlich sichtbar.
Das letzte Spiel gegen Grasshoppers Zürich wurde zum Trainingsspiel. GC hatte unqualifizierte Spielerinnen eingesetzt und so kam Burgdorf zu einem Forfaitsieg.
Am Schluss dieser komischen 1.-Liga-Meisterschaft war man im Burgdorfer Lager froh, den Ligaerhalt knapp geschafft zu haben. Man war sich auch bewusst, nicht den besten Tag erwischt zu haben und die Leistung liess allgemein zu wünschen übrig.
Man kam den Eindruck nicht los, dass das Burgdorfer Team ein Trainingsmeister sein muss. Im Training klappt es mit Spielzügen und Torschüssen bestens, während dieser Meisterschaft funktionierte jedoch diese Automatismen nicht. Dass die Stimmung nach diesem verpatzten Turnier trotzdem nicht auf den Nullpunkt sank, zeugt von einem guten Teamgeist der HSB-Frauen. Trotzdem dürften noch einige Rätsel zum schlechten Abschneiden an dieser Hallenmeisterschaft zu lösen sein.

Aufstellung: P. Lambroia; U. Zurbuchen, E. Lüthi, B. Hess, E. Jörg, B. Beck, P. Jakob, B. Brechbühl, J. Laubscher.
Torschützen: B. Beck (2), B. Hess (1), B. Brechbühl (1)
Das Junioren-D-Turnier, das gleichentags in Bern stattfand, war durch den Verband unverständlicherweise kurzfristig auf dieses Datum vorverschoben. Das brachte mit sich, dass unter anderen die Mannschaft von HS Burgdorf nicht teilnehmen konnte.
Genau zu dieser Zeit ist in der Region Burgdorf die Sportwoche angesetzt und 5 von 8 Spielern/-innen befanden sich in den Skiferien. Für die Vereinsverantwortlichen war diese fragwürdige Verschiebung unverständlich.
Ob das einer gezielten Juniorenarbeit förderlich ist, dürfte fraglich sein.
Rangliste:
| 1. | Luzerner SC | 9 Punkte |
| 2. | Black Boys Genf | 9 |
| 3. | HC Wettingen | 9 |
| 4. | HS Burgdorf | 3 |
| 5. | Grashoppers ZH | 0 |